Nach langem Zögern habe ich doch beschlossen mit auf den schneebedeckten Vulcano Villarrica zu gehen. Kostenpunkt 80.000 CLP ist viel Geld, aber wir haben gut ausgebildete Guides dabei. 6:00 Uhr morgens geht es los. Schon im Hostelgarten wird die komplette Ausrüstung verteilt. Wir werden bis zum Fuße des Vulkans gefahren, dann läuft eine Gruppe, die andere fährt ein Stück mit der Seilbahn. Ich nehme die Seilbahn für 10.000 CLP, spare den Weg über die schwarzen Lavasteine und viel Kraft die ich noch brauche. 2861 m  sind nicht so wahnsinnig viel ist. Jedoch bin ich noch nie mit Steigeisen, Eispickel und Rucksack gewandert. Damit laufen wir ca. 4 Stunden immer steil hinauf.

Wir bekommen alles erklärt, gezeigt und dann geht es hinein in die weiße Unendlichkeit. Die erste Pause nach einer halben Stunde, da sich alle erst an das ungewohnte Laufen mit Eisen gewöhnen müssen. Ich keuche und schwitze jetzt schon. Bei jeder Pause heißt es viel trinken und vor allem Cerelalien essen. Je höher wir kommen desto eisiger wird die Fläche. Der Guide vor mir schlägt den  Weg mit der Eishacke. Die Eisstücke rollen von oben immer wieder an mir vorbei. Ich traue mir nicht hinunter zu schauen weil es neben meinen Füßen steil in die Tiefe geht. Wir laufen und laufen es wird immer langsamer weil die Kraft nachlässt. Nach oben mag ich auch nicht mehr schauen weil mich Verzweiflung überkommt das ich es schaffe. Also konzentriere ich mich darauf meinen Rythmus zu finden. Mir kommt mir immer wieder der Satz in den Kopf „lauf Forest lauf“ Der Gipfel rückt in weite Ferne und Zeit die sonst rennt dauert ewig. Das Laufen wird immer schwerer, inzwischen ist es so steil das die Füße beim laufen einen 90° Winkel haben und es weht ein kalter Wind. Aufgeben? Nein jetzt will ich bis zum Gipfel.  Die Guides machen uns immer wieder Mut. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft und stehen am Rand eines riesigen Kraters aus dem es dampft. Weit unten brodelt die Lava.

Auf einmal gibt es einen riesigen Knall. Ich denke nur noch nix wie runter hier. Aber die Guides stehen am Rand und feuern ihn an, tatsächlich grollt er nocheinmal. Eine merkwürdige Szene. Lange dürfen wir nicht bleiben weil die Gase trotz Gasmaske zu giftig sind. Hinunter geht es dann auf dem Hosenboden und mit Plastikteller. Die Spitzhacke dient zum bremsen was man allerdings auch erst mal schaffen muss. Am Ende hat es dann auch Spaß gemacht. Wir werden unten wieder abgeholt und im Hostel angekommen gibt es  noch ein Bier zur Belohnung. Es war eine große Herausforderung für mich, aber ich habe es geschafft. 

Eine große Erfahrung. Der Tag klingt gemütlich im Sonneschein und Hostelgarten aus.

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